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Bremer Haus kaufen: worauf es vor dem Kauf ankommt
Das Bremer Haus prägt ganze Stadtteile: schmal, hoch, mit Souterrain, Hochparterre und langem Garten. Die meisten dieser Häuser sind weit über hundert Jahre alt. Wer ihre typischen Schwachstellen kennt, kann Zustand, Sanierungsbedarf und Kaufpreis deutlich realistischer einschätzen.
TÜV SÜD zertifizierter Sachverständiger für Schimmel und Feuchtigkeit sowie Bauwerksdiagnostik. Mehr als 17 Jahre Bau- und Sanierungspraxis, über 2.300 Begutachtungen.
★★★★★ 4,9 von 5 aus über 60 BewertungenDie vier wichtigsten Prüfbereiche.
Souterrain und Feuchte
Das Souterrain ist der häufigste Problembereich. Entscheidend ist, woher die Feuchte kommt, denn davon hängen Aufwand und Kosten der Sanierung ab.
Holzbalkendecken
Kritisch sind die Balkenköpfe in den Außenwänden. Bleiben sie über Jahre feucht, können sie unbemerkt faulen oder von Hausschwamm befallen werden.
Umbauten und Genehmigungen
Dachausbau, rückwärtige Anbauten und die Aufteilung in Wohnungen sollten genehmigt und fachgerecht ausgeführt sein.
Haustechnik und Schadstoffe
Leitungen, Elektrik und Heizung bestimmen den Sanierungsbedarf oft stärker als die Fassade. Bei älteren Umbauten kommen mögliche Schadstoffe hinzu.
Was das Bremer Haus ausmacht.
Als Bremer Haus wird ein Reihenhaustyp bezeichnet, der in Bremen etwa von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1930er Jahre in großer Zahl gebaut wurde. Typisch sind eine schmale Straßenfront mit zwei bis drei Fensterachsen, ein halb in den Boden eingelassenes Souterrain, ein über eine Außentreppe erreichbares Hochparterre, ein bis zwei Obergeschosse und ein langer Garten hinter dem Haus. Die Spanne reicht vom schlichten Arbeiterhaus bis zum repräsentativen Haus mit Stuckfassade und Utlucht, dem typischen Erker.
Konstruktiv handelt es sich meist um Ziegelmauerwerk mit Holzbalkendecken und einem Dachstuhl aus Holz. Viele Häuser haben im Lauf der Jahrzehnte Anbauten an der Rückseite, neue Bäder, einen ausgebauten Dachboden oder eine Aufteilung in mehrere Wohnungen erhalten. Gerade diese späteren Eingriffe entscheiden oft darüber, in welchem Zustand sich ein Haus heute befindet.
Besonders viele Bremer Häuser stehen in Findorff und Walle, in Schwachhausen, in der Neustadt und im Viertel, also im Ostertor und im Steintor.
Worauf bei der Besichtigung zu achten ist.
Souterrain: Feuchte, Salze und Nutzung
Das Souterrain liegt teilweise im Erdreich und diente ursprünglich als Küche, Wirtschafts- oder Lagerraum. Eine Abdichtung nach heutigem Verständnis gab es zur Bauzeit nicht, häufig fehlt auch eine wirksame Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchte. In der Weserniederung kommt ein hoher Grundwasserstand hinzu. Typische Folgen sind feuchte Wandsockel, abplatzender Putz, Salzausblühungen und muffiger Geruch.
Wird das Souterrain als Wohnraum genutzt, steigen die Anforderungen. Dann zählt nicht nur die Feuchte aus dem Erdreich, sondern auch Tauwasser: Warme, feuchte Sommerluft kondensiert an den kühlen Wänden, und Kochen, Duschen und Wäschetrocknen bringen zusätzlich Feuchte in die Räume. Ob die Feuchte von außen eindringt, kapillar aufsteigt oder im Raum entsteht, lässt sich nur durch Messung und, wo nötig, durch Bohrmehl- und Salzanalysen klären. Für die Sanierung im Bestand sind die WTA-Merkblätter zur Mauerwerksdiagnostik, zur nachträglichen Abdichtung erdberührter Bauteile, zur Injektion gegen kapillare Feuchte und zu Sanierputzen die maßgebliche fachliche Grundlage. Für Abdichtungen erdberührter Bauteile im Neubau gilt die DIN 18533.
Holzbalkendecken und Balkenköpfe
Die Decken bestehen aus Holzbalken, deren Enden in den Außenwänden aufliegen. Dringt dort über Jahre Feuchte ein, etwa durch eine schadhafte Fassade, undichte Anschlüsse oder eine ungeeignet geplante Innendämmung, können die Balkenköpfe faulen oder von Hausschwamm befallen werden. Hinweise sind durchhängende Böden, Risse im Putz entlang der Balkenlage, Verfärbungen und ein modriger Geruch. Ein Verdacht lässt sich oft schon mit Feuchtemessung und Endoskopie eingrenzen, ohne große Öffnungen. Bei aufgeteilten Häusern ist zudem der Schallschutz der Holzbalkendecken zwischen den Wohnungen ein häufiges Thema.
Dach, Gauben und Dachausbau
Viele Dächer wurden mehrfach neu eingedeckt, aber nicht immer mit Unterdeckung und sauberen Anschlüssen an Gauben, Schornsteine und Brandwände zu den Nachbarhäusern. Dachausbauten aus den 1970er bis 1990er Jahren haben häufig eine lückenhafte Dämmung und keine funktionierende Luftdichtheitsschicht. Die Folgen sind Tauwasser in der Konstruktion, Schimmel an Dachschrägen und hohe Heizkosten.
Fassade, Außentreppe und Utlucht
Stuck- und Putzfassaden brauchen regelmäßige Pflege. Risse, Abplatzungen und lose Stuckteile lassen Wasser ins Mauerwerk und können im schlimmsten Fall herabfallen. Die Außentreppe zum Hochparterre und der Bereich darunter sind oft durchfeuchtet, weil Abdichtung und Entwässerung fehlen. An Utlucht und Balkonen sind Abdeckungen und Anschlüsse typische Schwachstellen.
Haustechnik und Schadstoffe
In älteren Häusern finden sich noch Trinkwasserleitungen aus Blei. Nach § 17 der Trinkwasserverordnung mussten sie bis zum 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden; wo sie noch vorhanden sind, besteht Handlungsbedarf. Häufig sind außerdem Elektroinstallationen ohne Schutzleiter und Heizungen, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben. Bei Umbauten aus den Nachkriegsjahrzehnten können asbesthaltige Bodenbeläge und Platten, teerhaltige Kleber oder Holzschutzmittel im Dachstuhl verbaut sein. Ein Verdacht sollte vor Arbeiten durch Laboranalysen geklärt werden.
Anbauten, Risse und Gründung
Rückwärtige Anbauten wurden oft später und mit anderer Gründung errichtet. Unterschiedliches Setzungsverhalten zeigt sich dann als Riss an der Anschlussfuge, was auf den weichen Böden der Weserniederung keine Seltenheit ist. Entscheidend ist, ob ein Riss alt und zur Ruhe gekommen ist oder sich weiter bewegt. Das lässt sich über Rissbild, Messung und, wenn nötig, ein Rissmonitoring beurteilen.
Diese Unterlagen sollten Sie anfordern.
Viele Fragen lassen sich schon vor der Besichtigung klären, wenn die richtigen Unterlagen vorliegen. Fehlt etwas, ist das kein Ausschlussgrund, sollte aber als offener Punkt in die Kaufentscheidung einfließen.
- Grundrisse und Schnitte sowie Einsicht in die Bauakte beim Bauordnungsamt, um Genehmigungen für Anbauten, Dachausbau und Nutzungsänderungen zu prüfen
- Energieausweis, den der Verkäufer Kaufinteressenten vorlegen muss
- Nachweise über Modernisierungen: Rechnungen, Gewährleistungsfristen, Fachunternehmererklärungen und Protokolle des Schornsteinfegers
- Grundbuchauszug und Auskunft aus dem Baulastenverzeichnis
- Angaben zu Denkmalschutz oder einer Erhaltungssatzung, falls das Haus in einem solchen Gebiet liegt
- bei Eigentumswohnungen zusätzlich Teilungserklärung, Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen, Wirtschaftsplan, Jahresabrechnung und Höhe der Erhaltungsrücklage
So prüfen wir ein Bremer Haus.
Die Hauskaufberatung in Bremen kostet ab 799 € inkl. MwSt. Die verbindliche Pauschale für Ihr Objekt erhalten Sie vor der Beauftragung.
Steht ein Notartermin bevor, sagen Sie es bitte direkt bei der Anfrage.
Was Käufer rechtlich wissen sollten.
Gebrauchte Häuser werden fast immer unter Ausschluss der Haftung für Sachmängel verkauft. Dieser Ausschluss greift nicht, wenn der Verkäufer einen Mangel arglistig verschwiegen oder eine Beschaffenheit garantiert hat (§ 444 BGB). Für Mängel, die bei einer Besichtigung ohne Weiteres erkennbar sind, besteht dagegen in der Regel keine Aufklärungspflicht. Mängel, die der Käufer bei Vertragsschluss kennt, kann er später grundsätzlich nicht mehr geltend machen (§ 442 BGB).
Für das Bremer Haus besonders relevant ist die Rechtsprechung zur Feuchte im Souterrain. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs vom 21. Juni 2024 (V ZR 79/23) ist eine als Wohnung verkaufte Souterrainwohnung in einem Altbau, die bei Übergabe erhebliche Wandfeuchte aufweist, in der Regel mangelhaft. Bei Kellerräumen kommt es dagegen auf den Einzelfall an, etwa auf Nutzung, Sanierungszustand und Ausmaß der Feuchte. Spielt der Verkäufer einen ihm bekannten Mangel herunter, kann auch darin ein arglistiges Verschweigen liegen.
Praktisch heißt das: Was vor dem Kauf festgestellt und dokumentiert ist, kann in Preisverhandlung und Kaufvertrag berücksichtigt werden, etwa durch einen Preisnachlass, eine Beschaffenheitsvereinbarung oder die Zusage, einen Mangel vor der Übergabe zu beseitigen. Ebenso sollten ungenehmigte Umbauten, Auflagen aus Denkmalschutz oder Erhaltungssatzung und Nachrüstpflichten nach dem Gebäudeenergierecht, das 2026 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz geändert wurde, vor dem Notartermin geklärt sein.
Diese Hinweise sind eine fachliche Einschätzung im Sinne des Baurechts und ersetzen keine anwaltliche Rechtsberatung. Für eine verbindliche rechtliche Bewertung Ihres Falls wenden Sie sich bitte an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.
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Nennen Sie die Postleitzahl der Immobilie und wählen Sie, worum es geht. Michael Steinbach meldet sich persönlich mit Pauschale und Terminvorschlag.
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Was Auftraggeber über Gutachter Steinbach sagen.
„Vor dem Kauf unseres Einfamilienhauses haben wir eine Hauskaufberatung in Anspruch genommen. Herr Steinbach hat auf Punkte hingewiesen, die uns niemals aufgefallen wären. Die Investition hat sich definitiv gelohnt.“
Philip Herz · Google-Bewertung„Herr Steinbach hat einen Bauschaden an unserem Objekt begutachtet und die Feststellungen sehr detailliert dokumentiert. Die technische Einschätzung war klar, sachlich und gut verständlich.“
Andreas Ammon · Google-Bewertung„Ich habe Steinbach-Immobiliengutachten für eine Wertermittlung beauftragt und war sehr zufrieden. Transparent, nachvollziehbar und fachlich absolut überzeugend.“
Dora Goerke · Google-Bewertung„Wir hatten in unserer Wohnung Feuchtigkeits- und Schimmelverdacht und haben Herrn Steinbach mit einer Begutachtung beauftragt. Die Untersuchung erfolgte sehr sorgfältig und nachvollziehbar.“
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Lilly Meyer · Google-BewertungAusgewählte Rückmeldungen aus Google-Bewertungen von Gutachter Steinbach. Das Band hält an, wenn Sie mit der Maus darüberfahren.
Fragen zum Kauf eines Bremer Hauses
Ist Feuchte im Souterrain eines Bremer Hauses normal?
Eine gewisse Feuchte im Sockelbereich ist bei Häusern dieses Alters häufig. Entscheidend ist, wie stark sie ist, woher sie kommt und wie das Souterrain genutzt werden soll. Für einen Lagerraum gelten andere Maßstäbe als für Wohnraum.
Lohnt sich eine Hauskaufberatung auch bei einem sanierten Bremer Haus?
Ja, gerade dann. Bei sanierten Häusern kommt es darauf an, ob die Arbeiten fachgerecht ausgeführt wurden, etwa Innendämmung, Abdichtung des Souterrains oder Dachausbau. Fehler zeigen sich oft erst nach einigen Jahren.
Welche Unterlagen brauche ich für die Hauskaufberatung?
Hilfreich sind Exposé, Grundrisse, Energieausweis und Nachweise über Modernisierungen. Bei einer Wohnung kommen Teilungserklärung, Protokolle der Eigentümerversammlungen und die Höhe der Erhaltungsrücklage hinzu. Fehlende Unterlagen werden im Bericht als offener Punkt benannt.
Was kostet eine Hauskaufberatung in Bremen?
Die Hauskaufberatung kostet ab 799 € inkl. MwSt. Die verbindliche Pauschale für Ihr Objekt erhalten Sie vor der Beauftragung.
Kann ich mit dem Ergebnis den Kaufpreis verhandeln?
Festgestellte Mängel und der zu erwartende Sanierungsaufwand sind eine sachliche Grundlage für Preisverhandlungen. Wie viel davon im Preis berücksichtigt wird, ist Verhandlungssache zwischen Käufer und Verkäufer.
Passende Leistungen und Seiten.
- §§ 434, 442, 444 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
- BGH, Urteil vom 21.06.2024, V ZR 79/23 (Feuchtigkeit in Souterrainwohnung eines Altbaus, Arglist)
- § 17 Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2023), Bleileitungen
- DIN 18533 Abdichtung von erdberührten Bauteilen
- WTA-Merkblätter 4-5 (Mauerwerksdiagnostik), 4-6 (Nachträgliches Abdichten erdberührter Bauteile), 4-4 (Mauerwerksinjektion gegen kapillare Feuchtigkeit), 2-9 (Sanierputzsysteme)
- Gebäudemodernisierungsgesetz, in Kraft seit 29.07.2026
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Rechtliche Hinweise auf dieser Seite sind eine fachliche Einschätzung im Sinne des Baurechts und ersetzen keine anwaltliche Rechtsberatung. Steuerliche Fragen klären Sie bitte mit Ihrer Steuerberatung.